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domenica 19 febbraio 2012

Prendendole dai teppisti turchi

Prendendole dai teppisti turchi: il silenzio del centro sociale berlinese Scherer8

Certi fatti sono esemplari, perché rendono concrete certe sensazioni e previsioni, trasformandole, inizialmente, in impressioni, le quali, in un secondo tempo, potranno divenire anche certezze (e, scommettiamo, lo diverranno, a meno di determinati "cambi di paradigma").

Ci riferiamo ad un episodio come quello occorso al centro sociale degli Autonomi al numero 8 di Schererstrasse, a Berlino, dove, un paio di settimane fa, gli appartenenti della locale banda di strada degli "Street Fighters", in gran parte turchi, hanno compiuto un raid, danneggiandone gli interni. Il tutto dopo alcuni altri episodi di intimidazione e violenza, occorsi ad alcuni ospiti del centro stesso.

Quello che è esemplare è il silenzio degli Autonomi di Scherer8, i quali, a differenza di passate denunce contro nazisti o poliziotti, stavolta hanno preferito tenere un profilo basso, anzi "minerario". Nonostante le richieste di interviste da parte di giornalisti, gli Autonomi hanno, stavolta, chiuso tutte le porte (non essendoci riusciti con gli Street Fighters?...).

Schererstrasse si trova nel quartiere di Wedding, uno dei più poveri di Berlino, con una percentuale di autoctoni europei (considerando anche i non tedeschi) di poco più del 50% della popolazione. Quartiere che, come altri simili, vede le proprie strade noiosamente intervallate solo da internet-café, sale-giochi e kebabari. E' questa la quotidianità degli Autonomi di Scherer8, e, proprio perché è questa, gli Autonomi hanno fatto una scelta. Potevano farne di differenti, ad esempio avrebbero potuto montare il caso, denunciando i giri criminali dei teppisti turchi, oppure, ma non si pretende tanto, difendersi o contrattaccare. Hanno, invece, preferito la scelta del "cane con la coda tra le zampe".

Nonostante il silenzio mediatico degli appartenenti a Scherer8, sul blog del centro è uscito un commento, anche in lingua inglese, in cui costoro non danno la loro versione dei fatti. Si limitano ad affermare che tutto quello che è stato riportato sui mezzi di comunicazione e, persino, tra i commenti di siti, anche se d'area, come Indymedia, sono frutto di costruzioni arbitrarie e tendenziose, utili per chi ha dei punti di vista "borghesi" o "xenofobi".

Ecco, sono episodi del genere, che fanno intuire che un certo mondo, quello di certa sinistra antagonista, multiculturalista, multietnicista, col tempo diverrà come certi pugili: solo qualche secondo e la forza di gravità completerà il lavoro del pugile rivale, facendo crollare a terra la vittima. Chi è il pugile rivale? Chiunque voglia prendersi le strade e, in un mondo frammentato come l'attuale, i competitori sono numerosi. Finché non cambierà il paradigma.

  • Angriff aus der falschen Richtung (Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung, 11 febbraio 2012):
Am Tag nach dem Interview schreibt der Sozialarbeiter eine Email. "Bitte nennen Sie meinen Namen nicht. Ich möchte keinen Besuch bekommen. . ." Der Sozialarbeiter, ein sehr freundlicher Mann, der schon viele brenzlige Situationen erlebt hat, fürchtet ungebetenen Besuch von den "Streetfighters".

Das ist eine Gang aus dem Stadtteil Wedding. Auf YouTube-Videos sieht man sie in martialischer Pose, die signalisieren soll: Der Wedding gehört uns. In der Schererstraße betreiben die "Streetfighters" ein Vereinshaus. Es spricht viel dafür, dass in dem Club nicht nur Backgammon gespielt wird.
"Wir fürchten uns alle vor denen"

Die Nachbarin mit den zwei Tüten in der Hand kommt gerade von der Arbeit und will nur noch in die warme Wohnung. Als man sie auf die "Streetfighters" anspricht, vergisst sie die Kälte. "Drogen werden da gehandelt. Wir fürchten uns alle hier vor denen. Wenn Sie wirklich wissen möchten, was hier passiert, dann müssen sie riechen. Die kiffen von morgens bis nachts, ich lass schon immer die Balkontür zu." Die Nachbarin ist mit einem Türken verheiratet. Das, sagt sie, "sollten Sie auch noch wissen für Ihren Artikel".

Die junge Künstlerin ist gerade nach Wedding gezogen, Ihre Miete in Mitte war unbezahlbar geworden. Jetzt sehnt sie sich nach der heilen Welt am Hackeschen Markt zurück. Sie steigt aufs Fahrrad, eine Ausstellungseröffnung in Mitte besuchen. Sie sagt: "Hier herrscht die türkische und die arabische Mafia."

Drei Stimmen aus Wedding. Aus einem Teil Berlins, in dem jede Straße gleich auszusehen scheint: Spielsalon, Internetcafé, Dönerbuden. Internetcafé, Dönerbude, Spielsalon. Das kennt man: Die Stimmen und das Straßenbild.

Autonome fürchten sich vor Straßenbanden

Neu ist: Dass sich jetzt auch die Autonomen Berlins vor Straßenbanden fürchten, die Bewohner des linken Wohnprojekts in der Schererstraße 8 zum Beispiel. Sie wohnen direkt gegenüber der "Streetfighter"-Zentrale.

Am vergangenen Wochenende hat es in der Schererstraße geknallt. Etwa 30 Mitglieder der "Streetfighters" sind nach Polizeiangaben in das Haus der Alternativen eingedrungen, haben mit Baseballschlägern Fensterscheiben und Mobiliar von Kneipe und Info-Laden zertrümmert. Einen Tag später wurden zwei Musiker, die in dem linken Hausprojekt ein Konzert geben sollten, attackiert und verletzt.

Wenn man die Globalisierungs- und Atomkraftgegner aufsucht, kommt man bis zum Hofeingang, dann wird man wieder nach draußen gebeten. Man ist auch gegen Journalisten hier. Die Visitenkarte darf man dalassen. Man werde zurückgerufen, wenn die Bewohner ein Gespräch mit der Zeitung okay finden, sagt eine junge Frau mit Rastalocken. Der Rückruf kommt nie.

Ein Polizist, dessen Namen man nicht nennen darf, weil er nicht autorisiert ist, mit der Presse zu sprechen, sagt zum Überfall auf das linke Wohnprojekt nur: "Wenn das Nazis gewesen wären, hätten Sie längst Ihr Gespräch gehabt."

Die Fensterfront haben die Bewohner des Hauses, das mal besetzt war und jetzt gemeinsam gekauft werden soll, notdürftig mit Spanplatten repariert. Ein Kioskbesitzer erzählt, der Streit zwischen den Linken und den "Streetfighters" habe im letzten Sommer begonnen. Zwei Bandenmitglieder hätten gegen das Haus uriniert, daraufhin habe ein Bewohner eine Flasche auf die Wild-Pinkler geworfen.

Die Fenster des "Streetfighters"-Clubs gegenüber sind zugeklebt mit Plastikfolien. Man soll nicht sehen, was drinnen passiert. Menschen, die den Club von innen kennen, sagen, der Raum bestehe aus Sofas und Tischen, ein Boxsack hänge von der Decke, Hanteln fürs Gewichtheben lägen herum.
"Präsident" der "Streetfighters" wurde von den "Hells Angels" überfallen

Angemietet hat den Ladenraum der "Präsident" der "Streetfighters", der Kurde Ahmet A. Er ist der Polizei bekannt. Vor ein paar Wochen ist er von Mitgliedern der Berliner "Hells Angels" überfallen worden. Die meisten der 23 "Streetfighters" sind wegen Gewaltdelikten mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In einem Polizeibericht heißt es, die jungen Männer seien "heranwachsende Straftäter" und hätten "zumeist türkischen Migrationshintergrund".

Auffallend ist, dass die Bewohner der Schererstraße 8 sich nicht zum Zoff mit den türkischen Jugendlichen äußern möchten. Auf ihrer Internetseite flehen sie: "Liebe Leute, kommt NICHT bei uns vorbei. Es ist aus unserer Sicht wirklich nicht hilfreich. Wir freuen uns, dass ihr solidarisch sein wollt! Tut das aber NICHT heute und NICHT durch Konfrontation."

Die Sprachlosigkeit der linken Hausbewohner über die Gewalt der überwiegend türkischen "Streetfighters" hat womöglich einen einfachen - absurden - Grund. Im Internet kursiert auch noch eine frühere Version dieser Stellungnahme. Darin heißt es: "Da es sich weder um Nazis noch um Bullen handelt, sind die üblichen aktionistischen Mittel nicht anwendbar. Wir werden auf Euch zukommen und um Unterstützung bitten, wenn wir wissen, wie Ihr uns helfen könnt."

Der Sozialarbeiter kennt einige Leute aus dem Hausprojekt. Er sagt: "Die sind verwirrt, dass sie nicht von Nazis angegriffen werden, sondern von Migranten. Das passt nicht in ihr Weltbild." Es heißt, die "Streetfighters" hätten von den Alternativen Schutzgeld erpresst. Die Polizei kann das nicht bestätigen.

Nach einer Nazi-Attacke schwiegen die Autonomen nicht

In einem linken Internetforum haben sich jetzt auch Bewohner des Hausprojektes geäußert - mit harter Kritik an ihren Genossen. Es sei ihnen unverständlich, dass man nicht mit der Presse reden dürfe. Das Hausprojekt habe sich schon "seit Wochen" gegen Schutzgeldforderungen der "Streetfighters" gewehrt. "Das Schweigen um die Erpressungen" müsse gebrochen werden. "Nur Transparenz" könne "den Würgegriff des organisierten Verbrechens" lösen.

Die Mehrheit der Bewohner des Wohnprojekts hält offenbar nichts von Transparenz. Auch beim zweiten Versuch, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, bleiben die Türen verschlossen. "Verpiss Dich!", sagt ein Bewohner des Projektes, als man um Einlass und um ein Gespräch bittet.

In linken Internetforen hat das Schweigen der linken Opfer eine Flut von Reaktionen ausgelöst. Auf "indymedia" schreibt ein Blogger unter der Überschrift "Willkommen in der Realität", dass er keine Lust mehr habe auf linke Wohnprojekte, weil er ihnen nicht mehr glaube: "Für Euch sind das Arabs oder was immer, jedenfalls Leute, mit denen Ihr nichts zu tun haben wollt. Da seid Ihr kein Stück anders als die anderen Kartoffeln. Ihr integriert Euch nicht in die Gegend. Aber Ihr tretet als Besatzer auf. Ihr tut so, als ob die Straße Euch gehört." Leute, so schreibt der Verfasser, "ich meine es gut mit Euch, ich teile Eure Ideale, aber was sich hier autonom nennt, das ist ein Haufen von Träumern."

Vor zwei Jahren war das linke Hausprojekt schon einmal Grund für einen Zwischenfall. Damals zog eine Gruppe von Neonazis vor die Schererstraße 8. Fenster wurden eingeschmissen, Transparente hochgehalten, die Hausbewohner als "linke Zecken" beschimpft. Damals schwiegen sie nicht. Der Angriff wurde öffentlich gemacht, im Internet die Gruppe "Freie Nationalisten Mitte" als Urheber genannt.

Die Dämmerung bricht ein. Über dem Vereinshaus der "Streetfighters" hängt seit ein paar Stunden ein Transparent: "Wir, die Streetfighters, haben keine Probleme mit den Leuten von Scherer8." Der Sozialarbeiter vermutet, dass das Plakat nicht von den "Streetfightern" geschrieben wurde. "Jemand hat denen gesagt, die sollen das aufhängen, jetzt, wo die Presse kommt." Der Sozialarbeiter erzählt auch, dass ihm türkische und arabische Jugendliche berichtet hätten, sie seien von "Streetfighter"-Mitgliedern angesprochen worden, sich der Gruppe anzuschließen. Sie würden mit dem Versprechen gelockt, dort "viel Geld" zu verdienen.
Vor dem Haus der "Streetfighters" parken Mercedes-Limousinen

Vor dem Vereinshaus parken zwei Mercedes-Limousinen, gegenüber steht ein großer Lkw in zweiter Reihe - eine Kohlelieferung für die Öfen im linken Hausprojekt.

Im Eingang ihres Fahrradgeschäftes "Radhaus Wedding" steht Felicitas Rotzinger. Das Geschäft liegt Wand an Wand mit dem Vereinshaus. Rotzinger steht oft an der Eingangstür, "schauen, was so los ist hier". Es ist viel los in der Schererstraße, sagt sie. Im Sommer seien Jugendliche mit Baseballschlägern durch die Straße gelaufen, und immer wieder kämen tätowierte Männer in teuren Limousinen, verschwänden im Vereinshaus, und nach ein paar Minuten verließen sie wieder die Straße. Einer habe "Hells Angels" auf seinem Nacken tätowiert gehabt.

Ihr Partner Elmar Müller sagt: "Ein ständiger Druck lastet auf einem hier, dass etwas passieren kann." Vor zwei Jahren sind sie mit ihrem Fahrradladen in die Schererstraße gezogen, da stand das Vereinshaus noch leer. Zu Schutzgeldzahlungen seien sie nicht aufgefordert worden. Einschüchtern würden sie sich aber nicht lassen: "Wenn da einer käme", sagt Felicitas Rotzinger, "würden wir das sofort der Polizei melden."

  • Stellungnahme der Bewohnerinnen der Scherer8 - English Version (dal blog dell'Hausprojekt Scherer 8 http://scherer8.blogsport.de/, 12 febbraio 2012):
Since the events of the weekend of the 3rd and 4th February we have hardly said anything publicly. We made this decision, because we very clearly did not expect that the institutions and the media in this cold, inhuman country would have anything helpful to add to our position, because they do not want to or are not able to at all. This perception has been proven to us impressively in the last days.
Because what has happened since then?
Cops with and without uniform moved back and forth in front of our house, ogled our place and the posters on the housefront, ogled through the windows, giggling, making jokes. Such a secret joy on the side of the cops does not surprise us.
What else should we expect?
Postings appeared on indymedia, in which people mixed together information from the police​ticker with an article from the Tagesspiegel. Shortly afterwards a far-fetched posting about racketeering appeared, which was boldly written in our name. The press quotes indymedia-comments, indymedia-​authors quote the press, the press quotes each other and so forth.
Twisted facts, false reports, malice, sensationalism, contrived and half​baked info: all salary-​ and ego-​writers, from the indymedia comments to the cops-​ticker and further on to the shithouse-​press, from the slightly left-​wing to the bourgeois media and further on to the nazi­blogs; all view the mash​-up as the appropriate principle and the highest journalistic standard: „The more stupid, the more media“.
Out of the most articles and comments gush racist and xenophobic threats and insults, ignorance, resentment, open hate, interested disinterest, the whole uglyness of the conditions.
In this, the motive of „left-​wing do-​gooders become victims of criminal foreigners“ seems to fit perfectly into a middle-class worldview; a dream for right-​wing populists and neo­fa­scists. Whoever takes this motive as his own, makes himself an amplifier of these ideologies, which we deeply oppose.

„The almost unsolvable task is to not let oneself be made stupid, neither by the power of the others nor by the own powerlessness.“
-- T. W. Adorno Minima Moralia. [la citazione è quasi divertente, ndr]

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